Die Web Accessibility Initiative (WAI) ist die Arbeitsgruppe des World Wide Web Consortium (W3C), die sich um die Barrierefreiheit des Webs kümmert. Das W3C ist das internationale Gremium, das die zentralen Web-Standards festlegt. Innerhalb davon ist die WAI für alles zuständig, was das Web für Menschen mit Behinderung nutzbar macht.
Die wichtigsten WAI-Standards
Drei Dokumente bilden die Teilbereiche der WAI-Standards – je nachdem, an welcher Stelle Barrierefreiheit entsteht:
- WCAG: Richtlinien für den Inhalt – der bekannteste und gesetzlich relevante Standard.
- ATAG: Richtlinien für das Autorenwerkzeug, mit dem der Inhalt entsteht.
- UAAG: Richtlinien für den User Agent, also Browser und Media-Player, die den Inhalt darstellen.
Dazu kommen technische Spezifikationen und Leitfäden wie WAI-ARIA für dynamische Bedienelemente und assistive Technologien, der ARIA Authoring Practices Guide mit fertigen Mustern sowie WCAG2ICT für Software und Dokumente außerhalb des Webs. Daneben veröffentlicht die WAI Erklärungen, Tutorials und Prüfhilfen, die das Verständnis der oft technischen Erfolgskriterien erleichtern.
Warum die WAI für dich wichtig ist
Die WAI macht keine Gesetze. Aber ihre Standards sind die fachliche Basis, auf die sich die Gesetze stützen. Der European Accessibility Act und das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG) verweisen über die Norm EN 301 549 auf die WCAG der WAI. Wenn du wissen willst, was Barrierefreiheit konkret bedeutet, sind die WAI-Dokumente die verlässliche Originalquelle. Ich orientiere mich in der barrierefreien Webentwicklung direkt an ihnen.