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EAA/BaFG-Checkliste: In 12 Schritten gesetzeskonform

Veröffentlicht: 31. Mai 2026
Du willst wissen, ob deine Website die Anforderungen aus EAA und BaFG erfüllt? Diese Checkliste führt dich in 12 konkreten Schritten durch die wichtigsten Pflichten: vom Geltungsbereich über die technischen Anforderungen nach WCAG bis zur Barrierefreiheitserklärung und laufenden Pflege. Praxisnah, ohne Juristendeutsch und mit klarer Reihenfolge zum Abarbeiten.
Beitragsbild: EAA/BaFG-Checkliste – in 12 Schritten gesetzeskonform

Der European Accessibility Act (EAA) ist die EU-Richtlinie hinter den nationalen Gesetzen. In Österreich gilt sie über das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG), in Deutschland über das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Beide Gesetze gelten seit dem 28. Juni 2025. Diese Checkliste führt dich in 12 Schritten durch das Wichtigste. Arbeite sie der Reihe nach ab.

Schritt 1: Geltungsbereich klären

Prüfe zuerst, ob du überhaupt betroffen bist. Erfasst sind unter anderem Online-Shops, Bank- und Zahlungsdienste, elektronische Kommunikation, Personenverkehrsdienste und E-Books. Eine reine Info-Website ohne Transaktion ist meist nicht direkt erfasst. Sobald du online verkaufst oder Verträge abschließt, geh von einer Pflicht aus.

Schritt 2: Ausnahme für Kleinstunternehmen prüfen

Es gibt eine Ausnahme für Kleinstunternehmen: weniger als zehn Beschäftigte und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme. Bei Dienstleistungen befreit diese Ausnahme von den Anforderungen. Bei Produkten gilt das nicht. Prüfe deine Zahlen genau, denn die Ausnahme entfällt, sobald du die Schwellen überschreitest.

Schritt 3: Übergangsfristen einordnen

Die Kernpflicht gilt seit 28. Juni 2025. Es bestehen einzelne Übergangsfristen, etwa für bereits eingesetzte Produkte und für bestimmte Hardware wie Selbstbedienungsterminals. Für deine Website oder deinen Shop solltest du nicht auf Aufschub hoffen, sondern jetzt handeln.

Schritt 4: Zielnorm festlegen

Technische Grundlage ist die Norm EN 301 549, die auf den WCAG aufbaut. Setze als Ziel die Konformitätsstufe AA der WCAG 2.2.

Schritt 5: Wahrnehmbarkeit prüfen

  • ausreichender Farbkontrast bei Text und Bedienelementen
  • sinnvolle Alternativtexte für informative Bilder
  • Untertitel bei Videos
  • Information nicht allein über Farbe vermitteln

Schritt 6: Bedienbarkeit prüfen

  • volle Tastaturbedienbarkeit ohne Maus
  • sichtbarer Fokus auf jedem Bedienelement
  • kein Tastaturfokus, der in Pop-ups gefangen bleibt
  • „Zum Inhalt springen“-Link am Seitenanfang

Schritt 7: Struktur und Verständlichkeit prüfen

Schritt 8: Formulare absichern

Formulare entscheiden über Conversion und sind oft die größte Barriere. Sorge für korrekte Formular-Labels, klare Pflichtfeld-Kennzeichnung und verständliche Fehlermeldungen, die das betroffene Feld benennen.

Schritt 9: Screenreader-Test machen

Teste zentrale Abläufe wie Kaufprozess oder Kontaktaufnahme mit einem echten Screenreader. So findest du Probleme, die kein automatisches Werkzeug erkennt.

Schritt 10: Tests kombinieren, keine Overlays

Kombiniere automatische und manuelle Tests, idealerweise nach BITV-Test-Methodik. Setze nicht auf ein Accessibility-Overlay. Es behebt die Ursachen nicht und schützt dich nicht.

Schritt 11: Barrierefreiheitserklärung erstellen

Erstelle eine Barrierefreiheitserklärung. Sie dokumentiert den Stand der Barrierefreiheit, benennt bekannte Einschränkungen und nennt einen Kontakt für Rückmeldungen. Sie gehört sichtbar verlinkt auf die Website.

Schritt 12: Marktüberwachung und Pflege

Die Marktüberwachung kann Mängel prüfen und Verfahren einleiten. In Österreich ist dafür das Sozialministeriumservice zuständig, in Deutschland die gemeinsame Marktüberwachungsstelle der Länder. Bei Verstößen drohen Verwaltungsstrafen beziehungsweise Bußgelder. Plane laufende Pflege ein, denn jede Änderung kann neue Barrieren erzeugen. Das verbindest du am besten mit deiner WordPress-Wartung.

Fazit

Mit diesen 12 Schritten hast du einen klaren Fahrplan. Du weißt, ob du betroffen bist, was technisch zu tun ist und wie du den Zustand dokumentierst und hältst. Vertiefen kannst du das in den Ratgebern Barrierefreiheit-Pflicht in Österreich und WordPress barrierefrei machen. Du willst die Checkliste nicht allein abarbeiten? Wir prüfen deine Seite und setzen die Schritte um. Sieh dir unsere Leistung Barrierefreiheit an oder nimm direkt Kontakt auf. Diese Checkliste ist eine Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Prüfe deinen konkreten Fall im Zweifel rechtlich.

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Geschrieben von Christoph Purin

Webentwickler & CPWA-zertifizierter Accessibility-Experte aus Vorarlberg. WordPress seit 2005. Jeder Beitrag basiert auf echten Projekten — alles selbst getestet.
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