„Managed klingt, als müsste ich mich um nichts mehr kümmern. Stimmt das?“ Die kurze Antwort: nein. Managed heißt, dass jemand den Server pflegt. Deine Website darauf ist damit noch nicht gepflegt. Dieser Beitrag ist Teil 3 meiner Serie Hosting einfach erklärt. Er zeigt dir den Unterschied zwischen Shared, Managed und VPS Hosting im Alltag. Vor allem zeigt er, welche Arbeit bei welchem Tarif bei dir bleibt. Am Ende gibt es eine Checkliste zum Abhaken, auch als PDF.
Ich verkaufe dir kein Hosting und nenne hier keine Anbieter. Welche ich empfehle, steht im Vergleich WordPress-Hosting in Österreich. Hier geht es nur darum, was du da eigentlich kaufst.
Der Unterschied zwischen Shared, Managed und VPS Hosting
Ein Server ist ein Rechner im Rechenzentrum, auf dem deine Website liegt. Die drei Tarif-Typen unterscheiden sich darin, wie viele Kunden sich diesen Rechner teilen. Und wer sich darum kümmert.
- Shared Hosting: Du teilst einen Server mit vielen anderen Kunden. Der Hoster pflegt den Server. Um WordPress und die Plugins kümmerst du dich selbst. Plugins sind Erweiterungen, die deiner Website Funktionen geben, etwa ein Formular oder einen Shop.
- Managed Hosting: Der Anbieter pflegt den Server und oft auch Teile von WordPress. Er spielt zum Beispiel Updates von WordPress selbst ein. Wie weit das geht, hängt stark vom Tarif ab.
- VPS: Das steht für Virtual Private Server, also einen eigenen virtuellen Server. Er teilt sich die Hardware mit anderen, gehört aber nur dir. Um alles darauf kümmerst du dich selbst, vom Betriebssystem bis zur Website.

Was Google zur Rolle des Hostings sagt
Eine gute Quelle zum Einfluss des Hostings ist Google selbst. Auf der Entwicklerseite web.dev schreibt Google über die Zeit, bis ein Server antwortet. Der Artikel zur Server-Antwortzeit sagt: Bevor man andere Verbesserungen angeht, sollte das Hosting das Erste sein, worauf man schaut. Shared Hosting sei in der Regel langsamer. Dazu kommt ein Punkt, der oft übersehen wird. Hat ein Server zu wenig Arbeitsspeicher, liefert er Seiten langsamer aus. Google rät deshalb zu einem Anbieter, der die Wartung des Servers ernst nimmt.
Was die Zahlen sagen und was nicht
Es gibt keine neutrale Studie, die die drei Typen fair vergleicht. Tests im Netz stammen meist von Anbietern oder von Seiten, die an Empfehlungen verdienen. Beides macht sie nicht falsch, aber auch nicht neutral. Wenn du einen solchen Test liest, schau zuerst, wer ihn gemacht hat. Und ob die Links darin dem Autor Geld bringen. Das sagt oft mehr über das Ergebnis als die Messwerte.
Aus meiner Praxis kann ich dir sagen: Der Typ allein entscheidet wenig. Ein gutes Shared Hosting kann schneller sein als ein schlecht gepflegter VPS. Und ein teurer Managed-Tarif hilft nicht, wenn auf der Website ein veraltetes Plugin hängt. Entscheidend ist, dass jede Aufgabe einen Zuständigen hat.
Wo es dich betrifft
Welcher Typ passt, hängt davon ab, was auf dem Server läuft:
- Visitenkarten-Seite: wenige Seiten und ein Kontaktformular. Bei wenig Besuch reicht hier meist Shared Hosting.
- Online-Shop: Bestellungen und Kundenkonten. Hier zählt, dass der Server auch zu Stoßzeiten schnell antwortet. Und dass jemand merkt, wenn der Shop nicht mehr geht.
- Web-App: eine eigene Anwendung, etwa ein Kundenportal oder ein internes Werkzeug. Sie braucht oft Einstellungen am Server, die ein Shared-Tarif nicht erlaubt.
Wie wichtig die Frage nach den Zuständigkeiten ist, zeigt ein Fall aus meiner Praxis. Ein Online-Shop lief bei einem Managed-Anbieter. Der Anbieter hat das Betriebssystem des Servers aktualisiert. Das war korrekt und gehörte zu seinem Job. Dabei verschwand aber ein Baustein, den ein Zusatzprogramm des Shops brauchte. Danach konnte 37 Tage lang niemand mehr bestellen. Der Server war gepflegt, die Website darauf hat niemand geprüft. Die ganze Geschichte steht im Beitrag Managed Hosting: Server gewartet, Software trotzdem ausgefallen.
Beispiel: Wer macht was?
Die Tabelle zeigt die typische Aufteilung. Im Einzelfall entscheidet die Beschreibung deines Tarifs. Lies sie genau, bevor du unterschreibst.

Zwei Begriffe aus der Tabelle kurz erklärt. PHP ist die Programmiersprache, in der WordPress läuft. Jede PHP-Version bekommt nur eine bestimmte Zeit lang Sicherheits-Updates. Danach muss die Website auf eine neuere Version. Ein Backup ist eine Sicherungskopie deiner Website, die du im Notfall zurückspielen kannst.
Bei Managed Hosting lohnt sich ein zweiter Blick. Was dort meist dabei ist und was oft fehlt:

Bevor du einen Tarif abschließt, stell dem Anbieter vier Fragen. Am besten schriftlich, dann hast du die Antwort auch später noch:
- Welche Updates spielt ihr ein? Nur am Server oder auch WordPress, Plugins und Theme?
- Kann ich automatische Updates abschalten? Das ist wichtig, wenn deine Website eine Sonderlösung hat.
- Welche Plugins sind gesperrt? Manche Anbieter erlauben bestimmte Erweiterungen nicht.
- Wie spiele ich ein Backup zurück? Selbst im Kundenbereich oder nur über den Support?
Bekommst du darauf keine klare Antwort, ist das auch eine Antwort. Ein guter Anbieter kann dir genau sagen, wo seine Arbeit endet und deine beginnt.
Was das Recht sagt
Rechtlich ist der Typ egal. Bei allen drei verarbeitet der Hoster Daten in deinem Auftrag, etwa die Anfragen aus deinem Kontaktformular. In Deutschland und Österreich verlangt dafür Art. 28 DSGVO einen Vertrag, den Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV). Bei den meisten Hostern schließt du ihn im Kundenbereich ab. Bei einem VPS gilt das genauso, auch wenn du den Server selbst verwaltest.
Für die Schweiz gilt das eigene Datenschutzgesetz. Was beim Serverstandort und bei Anbietern aus den USA zu beachten ist, erkläre ich im Beitrag Serverstandort und Datenschutz.
Wann welcher Typ Sinn macht
Shared Hosting reicht für kleine Seiten mit wenig Besuch. Es ist günstig, und der Server wird für dich gepflegt. Um WordPress und Plugins musst du dich selbst kümmern oder jemanden beauftragen.
Managed Hosting passt, wenn du keinen eigenen Techniker hast und weniger Arbeit willst. Prüfe vorher, welche Plugins der Anbieter sperrt. Und ob du automatische Updates abschalten kannst, wenn deine Website eine Sonderlösung braucht.
Ein VPS lohnt sich nur, wenn jemand ihn betreut. Etwa bei einem Shop mit echtem Umsatz oder bei einer Web-App. Ohne Betreuung ist ein eigener Server keine Ersparnis, sondern ein Risiko. Für Web-Apps gibt es bei mir die Laravel-Wartung.
Wo keiner der Typen hilft: Wenn niemand prüft, ob die Website nach einem Update noch funktioniert. Diese Aufgabe nimmt dir kein Tarif ab.
Checkliste: Wer macht was bei deinem Hosting?
Hake ab, was bei dir schon passt. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert.
- Ich weiß, wer bei meinem Tarif die Server-Updates macht. Lies die Tarifbeschreibung. Steht dort nichts, frag den Hoster schriftlich.
- Ich weiß, wer WordPress und Plugins aktualisiert. Der Server und die Website sind zwei Dinge. Frag nach, ob der Hoster auch Plugins übernimmt.
- Ich weiß, ob mein Tarif Backups enthält und wie ich sie zurückspiele. Such im Kundenbereich nach der Wiederherstellung. Kannst du sie selbst starten?
- Bei einem VPS: Es gibt eine Person, die ihn betreut. Schreib den Namen auf. Gibt es auch eine Vertretung im Urlaub?
- Ich habe einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Hoster. Such im Kundenbereich nach „AVV“. Ohne Vertrag fehlt dir eine Pflicht nach Art. 28 DSGVO.
- Mein Tarif passt zu Besucherzahl und Shop-Größe. Vergleich die Grenzen des Tarifs mit deiner Statistik. Wird die Seite zu Stoßzeiten langsam?
Häufige Fragen
Ist Managed Hosting immer besser?
Nein. Es ist bequemer, weil der Server für dich gepflegt wird. Dafür zahlst du mehr und hast weniger Freiheit. Und ob deine Website nach Updates noch funktioniert, prüft auch bei Managed Hosting meist niemand.
Reicht Shared Hosting für einen Online-Shop?
Für einen kleinen Shop mit wenigen Bestellungen kann es reichen. Wächst der Shop, teilst du dir die Leistung mit vielen anderen Kunden. Wird die Seite zu Stoßzeiten spürbar langsam, ist das ein Zeichen für einen größeren Tarif.
Was kostet ein VPS wirklich, wenn man die Betreuung mitrechnet?
Die Miete für den Server ist oft der kleinere Teil. Dazu kommt die Zeit für Updates und Fehlersuche. Rechne also: Servermiete plus die Stunden für die Betreuung im Monat mal den Stundensatz. Erst dann kannst du fair mit Managed Hosting vergleichen.
Kann ich später einfach wechseln?
Ja, ein Wechsel ist jederzeit möglich. Achte vorher auf die Laufzeit deines Vertrags. Und plane den Umzug so, dass alter und neuer Server eine Zeit lang parallel laufen. Dann merkt niemand etwas davon.
Was ist der Unterschied zwischen Managed Hosting und Wartung?
Managed Hosting kümmert sich um den Server. Eine Wartung kümmert sich um die Website darauf. Dazu gehört, Plugins zu aktualisieren und danach zu prüfen, ob Formular und Shop noch funktionieren. Beides ergänzt sich, ersetzt sich aber nicht.
Managed pflegt den Server. Ich pflege die Website darauf. In der WordPress-Wartung bekommt deine Website wöchentliche Updates und tägliche Backups, egal bei welchem Hoster. Fragen dazu? Schreib mir über die Kontaktseite. Im nächsten Teil der Serie geht es um E-Mail beim Hoster oder bei einem eigenen Dienst.


