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Was kostet eine barrierefreie Website?

Veröffentlicht: 23. Juni 2026
Eine barrierefreie Website kostet nicht pauschal X Euro. Der Preis hängt von Umfang, Ausgangslage und Zielniveau ab. Wir zeigen dir die echten Kostentreiber, realistische Spannen für Audit, Umsetzung und laufende Pflege und wie du teure Fehler vermeidest. So kannst du dein Budget seriös planen, statt auf unrealistische Pauschalangebote hereinzufallen.
Beitragsbild: Was kostet eine barrierefreie Website – Kostentreiber und Budgets

„Was kostet eine barrierefreie Website?“ ist die häufigste Frage, die uns seit Inkrafttreten des Barrierefreiheitsgesetzes (BaFG) erreicht. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Aber „es kommt darauf an“ hilft dir nicht bei der Budgetplanung. Deshalb zeigen wir dir hier die echten Kostentreiber, realistische Spannen und wie du Geld sparst, ohne am falschen Ende.

Warum es keinen Pauschalpreis gibt

Barrierefreiheit ist kein Plugin, das du kaufst und einschaltest. Sie betrifft Struktur, Inhalte, Design und Technik deiner Website. Der Aufwand hängt von drei Faktoren ab:

  • Ausgangslage: Wie barrierearm ist deine Seite heute? Eine sauber gebaute Seite braucht weniger Korrekturen als eine mit verschachtelten Layouts und Bilderbergen ohne Alternativtexte.
  • Umfang: Fünf Seiten oder ein Shop mit 2.000 Produkten und Checkout? Jede zusätzliche Vorlage und jeder Funktionsbereich kostet Prüf- und Korrekturzeit.
  • Zielniveau: Maßstab ist meist die Konformitätsstufe AA der WCAG. Diese Stufe ist erreichbar und sinnvoll.

Die typischen Kostenblöcke

Sinnvoll ist es, in drei Blöcken zu denken: Audit, Umsetzung und laufende Pflege.

1. Audit / Accessibility-Check

Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme. Ein reiner automatischer Scan ist günstig, findet aber nur einen Teil der Probleme. Verlässlich wird es erst mit manueller Prüfung, idealerweise nach Methodik des BITV-Tests. Mehr dazu im Glossar unter automatischer vs. manueller Test. Für eine kleine bis mittlere Website liegt ein fundierter Check meist im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich. Bei einfachen Seiten ist es weniger, bei großen Shops mehr.

2. Umsetzung der Korrekturen

Hier entsteht der Hauptaufwand. Typische Arbeiten:

Die Spanne ist groß. Eine überschaubare WordPress-Seite kann mit wenigen tausend Euro auskommen. Ein komplexer Shop mit vielen individuellen Funktionen bewegt sich schnell im fünfstelligen Bereich. Entscheidend ist, ob bestehende Strukturen brauchbar sind oder Teile neu gebaut werden müssen.

3. Laufende Pflege

Barrierefreiheit ist kein einmaliges Projekt. Jeder neue Beitrag, jedes neue Bild und jedes Plugin-Update kann neue Barrieren erzeugen. Plane deshalb laufende Kontrolle ein. Das lässt sich gut mit einer WordPress-Wartung verbinden, die Updates, Sicherheit und Barrierefreiheit gemeinsam im Blick behält.

Die teuerste Variante: das Overlay

Es gibt Anbieter, die ein Accessibility-Overlay versprechen: ein Skript, das per Knopfdruck barrierefrei machen soll. Klingt günstig, ist aber meist die teuerste Variante, weil es das eigentliche Problem nicht löst. Overlays beheben die Barrieren im Code nicht zuverlässig, stören echte Hilfstechnologien teils sogar und schützen dich rechtlich nicht. Du zahlst eine Monatsgebühr und bleibst trotzdem angreifbar. Investiere das Geld lieber in echte Korrekturen.

So sparst du sinnvoll

  1. Früh ansetzen: Wer Barrierefreiheit bei einem Relaunch von Anfang an mitdenkt, zahlt deutlich weniger als bei nachträglicher Reparatur.
  2. Vorlagen statt Einzelseiten: Korrigiere wiederverwendbare Templates, nicht jede Seite einzeln.
  3. Priorisieren: Behebe die schwerwiegendsten Barrieren zuerst. Das senkt das Risiko schnell, auch wenn noch nicht alles perfekt ist.
  4. Team schulen: Wenn deine Redaktion weiß, wie man barrierefrei publiziert, entstehen weniger neue Probleme. Sieh dir dazu unsere Schulung an.

Was kostet es, nichts zu tun?

Diese Rechnung gehört dazu. Wenn du unter das BaFG fällst und nichts unternimmst, riskierst du Beschwerden, Verfahren und Strafen. Dazu kommt der entgangene Umsatz durch Nutzer, die deine Seite nicht bedienen können. Barrierefreiheit ist also nicht nur Pflicht, sondern auch Reichweite. Ob und ab wann du betroffen bist, liest du im Ratgeber Barrierefreiheit-Pflicht in Österreich.

Unser Fazit

Eine seriöse barrierefreie Website beginnt bei kleinen Projekten im vierstelligen Bereich und steigt mit Umfang und Komplexität. Wichtiger als die Zahl ist, dass du echte Korrekturen statt scheinbarer Schnelllösungen bekommst. Du willst eine belastbare Einschätzung für deine Seite? Wir prüfen sie und nennen dir einen realistischen Rahmen. Sieh dir unsere Leistung Barrierefreiheit an oder nimm direkt Kontakt auf. Die genannten Spannen sind Orientierungswerte, kein verbindliches Angebot.

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Geschrieben von Christoph Purin

Webentwickler & CPWA-zertifizierter Accessibility-Experte aus Vorarlberg. WordPress seit 2005. Jeder Beitrag basiert auf echten Projekten — alles selbst getestet.
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