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Domain, DNS, Server, E-Mail: was ein Hoster eigentlich macht

Veröffentlicht: 27. Oktober 2026
Was macht ein Hoster eigentlich? Domain, DNS, Server und E-Mail in Alltagssprache erklärt: wer wofür zuständig ist, wem die Domain gehört und wen du anrufst, wenn die Website weg ist.

„Meine Website ist weg. Ist das jetzt der Hoster oder die Domain?“ Diese Frage höre ich oft, meistens am Telefon und meistens unter Zeitdruck. Die kurze Antwort: Das kommt darauf an, welcher Teil ausgefallen ist. Eine Website besteht aus vier Teilen, und jeder kann bei einer anderen Firma liegen. Dieser Beitrag ist Teil 1 meiner Serie Hosting einfach erklärt. Was macht ein Hoster also genau? Der Beitrag zeigt dir die vier Teile und wen du bei einem Ausfall anrufst. Am Ende gibt es eine Checkliste zum Abhaken, auch als PDF.

Vorweg: Ich verkaufe dir kein Hosting. Ich betreue seit rund 20 Jahren Server und Websites bei vielen verschiedenen Anbietern. Hier schreibe ich auf, was ich dabei gelernt habe.

Was macht ein Hoster? Die vier Teile deiner Website

Ein Hoster stellt den Rechner bereit, auf dem deine Website liegt, und liefert sie an Besucher aus. Oft verkauft er dir dazu auch die Domain und die E-Mail-Postfächer. Das sind aber eigene Dienste. Für den Alltag hilft ein einfaches Bild:

  • Die Domain ist deine Adresse. Das ist der Name, den Kunden eintippen, zum Beispiel deine-firma.at.
  • DNS ist das Telefonbuch. DNS steht für Domain Name System. Es schlägt nach, auf welchem Rechner deine Website liegt und wohin E-Mails an deine Domain gehen.
  • Der Server ist das Haus. Ein Server ist ein Rechner im Rechenzentrum des Hosters. Dort liegen die Dateien und die Datenbank deiner Website.
  • Die E-Mail ist der Postkasten. Sie ist ein eigener Dienst. Sie liegt oft beim selben Anbieter, muss aber nicht.
Was macht ein Hoster: Schema der vier Bausteine einer Website. Die Adresse ist die Domain, das Telefonbuch ist DNS, das Haus ist der Server und der Postkasten ist die E-Mail.
Vier Teile, vier Aufgaben. Sie können bei einer Firma liegen oder bei vier verschiedenen.

Wenn jemand deine Website aufruft, passiert Folgendes: Der Browser fragt im Telefonbuch nach, wo deine-firma.at wohnt. Das Telefonbuch nennt den Server. Der Server schickt die Seite zurück. Bei einer E-Mail läuft es ähnlich. Das Telefonbuch kennt dafür einen eigenen Eintrag, den MX-Eintrag. MX steht für Mail Exchanger, also den Rechner, der deine Post annimmt.

Wer die Domain vergibt: Österreich, Deutschland, Schweiz

Eine Domain kaufst du nicht wie ein Möbelstück. Du registrierst sie für eine bestimmte Zeit und verlängerst sie jedes Jahr. Wer sie vergibt, hängt von der Endung ab. Jedes Land hat dafür eine eigene Stelle.

  • Österreich (.at): Zuständig ist nic.at. Der Vertrag kommt laut nic.at „direkt zwischen dem Domaininhaber und nic.at“ zustande. Dein Anbieter handelt dabei als Stellvertreter in deinem Namen.
  • Deutschland (.de): Zuständig ist die DENIC eG in Frankfurt. Laut den DENIC-Domainbedingungen besteht der Vertrag zwischen DENIC und dem Domaininhaber. Hast du die Domain über einen Anbieter bestellt, verwaltet dieser sie für dich.
  • Schweiz (.ch): Zuständig ist SWITCH. Seit 1. Jänner 2015 verkauft SWITCH keine Domains mehr direkt. Laut nic.ch laufen Registrierung und Verwaltung nur noch über zugelassene Registrare. Das sind Firmen, die Domains im Auftrag ihrer Kunden registrieren.

In allen drei Ländern gilt: Die Firma, bei der du die Domain bestellt hast, ist dein Ansprechpartner. Sie verwaltet die Domain für dich. Der Inhaber bist aber du, wenn du richtig eingetragen bist. Dazu gleich mehr.

Was die Erfahrung sagt

Zu diesem Thema gibt es keine Studie, die ich dir wirklich empfehlen könnte. Was ich aus der Praxis sagen kann: Bei vielen kleinen Firmen liegen die vier Teile bei zwei oder drei verschiedenen Anbietern. Die Domain wurde vor Jahren bei Anbieter A bestellt. Die Website hat eine Agentur bei Anbieter B gebaut. Die E-Mails laufen über einen großen Office-Dienst.

Das ist kein Fehler. Manchmal ist es sogar sinnvoll. Es hat aber einen Nachteil: Bei einer Störung dauert die Suche länger. Jeder Anbieter sieht nur seinen Teil. Und jeder sagt dir zuerst, dass bei ihm alles läuft.

Wo es dich betrifft

Die meisten Firmen beschäftigen sich erst mit dem Thema, wenn etwas nicht geht. Drei Situationen kommen immer wieder vor:

  • Die Website lädt nicht, aber E-Mails kommen an. Das Telefonbuch funktioniert also. Das Problem liegt meist am Server oder an der Website selbst.
  • Die Website läuft, aber E-Mails kommen zurück. Dann liegt das Problem beim Mail-Dienst oder am MX-Eintrag.
  • Beides ist weg. Dann betrifft es oft die Domain oder das Telefonbuch. Ein häufiger Grund ist eine Domain-Rechnung, die an eine alte E-Mail-Adresse ging und nie bezahlt wurde.

Ein Fall, der in der Praxis immer wieder vorkommt: Ein Handwerksbetrieb will seinen Hoster wechseln. Dabei stellt sich heraus, dass die Domain vor Jahren von einem Mitarbeiter registriert wurde. Er hat sie auf seinen eigenen Namen eingetragen und ist längst nicht mehr im Betrieb. Ohne ihn kommt niemand an die Domain heran. Was dann zu tun ist und wie du das vorher regelst, erkläre ich in einem späteren Beitrag dieser Serie zu Hosting-Vertrag und Domain.

Entscheidungshilfe mit drei Fällen: Website weg und E-Mails gehen, dann Hoster. E-Mails weg und Website geht, dann E-Mail-Anbieter. Beides weg, dann Domain-Anbieter.
Die erste Frage bei einer Störung lautet: Was funktioniert noch? Daraus folgt, wen du anrufst.

Beispiel: So findest du heraus, wo deine Teile liegen

Du musst dafür nicht beim Hoster anrufen. Mein kostenloser Hoster-Finder fragt das Telefonbuch deiner Domain ab. Du gibst die Domain ein und bekommst zwei Antworten:

  • Nameserver (NS): Das sind die Rechner, die das Telefonbuch für deine Domain führen. Meist gehören sie dem Hoster deiner Website.
  • Mailserver (MX): Das ist der Rechner, der deine E-Mails annimmt. Daran erkennst du deinen E-Mail-Anbieter.
Mockup des Hoster-Finders mit Musterdaten: Für die Domain beispiel-firma.at zeigt der Nameserver-Eintrag den Hoster und der MX-Eintrag den E-Mail-Anbieter.
So sieht ein Ergebnis aus. Domain und Anbieter sind erfunden.

Eine Grenze hat das: Wer das Telefonbuch führt, muss nicht derselbe sein, bei dem der Server steht. Manche Firmen lassen das Telefonbuch bei einem Dienst laufen und die Website woanders. Im Zweifel fragst du beim Anbieter aus dem Ergebnis nach. Die einzelnen Einträge kannst du dir im DNS-Lookup genauer ansehen.

Für deinen Webentwickler: So geht die Abfrage im Terminal
# Nameserver der Domain (wer führt das DNS?)
dig +short NS deine-firma.at

# Mailserver der Domain (wer nimmt E-Mails an?)
dig +short MX deine-firma.at

# Adresse des Webservers (wohin zeigt die Website?)
dig +short A www.deine-firma.at

Was das Recht sagt: Wem gehört die Domain?

Die Domain gehört dem, der als Domaininhaber eingetragen ist. Das ist bei nic.at, DENIC und SWITCH gleich. Für deine Firma heißt das: Als Inhaber sollte deine Firma stehen. Nicht die Agentur und auch kein einzelner Mitarbeiter.

Ob das so ist, siehst du nicht im Hoster-Finder. Frag deinen Domain-Anbieter schriftlich nach den eingetragenen Inhaberdaten. Steht dort jemand anderes, lass es ändern, solange alle Beteiligten erreichbar sind. Das ist kein Rechtsrat. Bei einem Streit um eine Domain brauchst du einen Anwalt.

Wann alles bei einem Anbieter Sinn macht und wann nicht

Alles bei einem Anbieter ist bequem. Du hast eine Rechnung und einen Ansprechpartner. Für eine kleine Firmenwebsite mit wenigen Postfächern passt das gut.

Getrennt lohnt sich vor allem in zwei Fällen. Erstens, wenn E-Mail für dich geschäftskritisch ist. Dann soll ein Problem mit der Website nicht auch die Post lahmlegen. Zweitens, wenn du den Hoster öfter wechselst. Liegen Domain und E-Mail woanders, ziehst du nur die Website um.

Wo es nicht hilft: Viele Anbieter machen die Sache nicht sicherer, wenn niemand den Überblick hat. Entscheidend ist, dass du weißt, wo jeder Teil liegt. Und dass du die Zugangsdaten selbst hast. Welche Anbieter ich empfehle und worauf du bei der Wahl achten solltest, steht im Beitrag WordPress-Hosting in Österreich.

Checkliste: Weißt du, wo deine Website liegt?

Hake ab, was bei dir schon passt. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert.

  1. Ich weiß, bei welcher Firma meine Domain registriert ist. Such die jährliche Rechnung für die Domain. Der Absender ist dein Domain-Anbieter.
  2. Als Domaininhaber steht meine Firma eingetragen. Frag deinen Domain-Anbieter nach den Inhaberdaten. Dort muss deine Firma stehen, nicht die Agentur.
  3. Ich weiß, wo meine Website liegt. Gib deine Domain im Hoster-Finder ein. Er zeigt die Nameserver.
  4. Ich weiß, wer meine E-Mails betreibt. Der Hoster-Finder zeigt auch den Mailserver. Notiere den Anbieter.
  5. Ich habe die Zugangsdaten zu allen Konten selbst. Kannst du dich heute bei Domain-Anbieter, Hoster und E-Mail-Anbieter einloggen? Probier es aus.
  6. Ich habe pro Anbieter eine Telefonnummer für den Notfall. Schreib die Nummern auf ein Blatt. Leg es dorthin, wo es auch ohne Computer greifbar ist.

PDF, 2 Seiten, 28 KB · barrierefrei nach PDF/UA · Kästchen am Bildschirm abhakbar · frei, ohne Anmeldung

Häufige Fragen

Muss Domain und Hosting beim selben Anbieter sein?

Nein. Die Domain kann bei Anbieter A liegen und die Website bei Anbieter B. Im Telefonbuch der Domain steht dann, auf welchen Server sie zeigt. Beides ist üblich. Wichtig ist nur, dass du weißt, wo was liegt.

Was ist DNS in einem Satz?

DNS ist das Telefonbuch des Internets: Es sagt, auf welchem Server deine Website liegt und wohin deine E-Mails gehen.

Wie finde ich heraus, wo meine Website liegt?

Gib deine Domain im Hoster-Finder ein. Er zeigt dir die Nameserver und den Mailserver. Daran erkennst du in den meisten Fällen den Hoster und den E-Mail-Anbieter. Ganz sicher bist du, wenn du zusätzlich die Rechnung des Hosters findest.

Wem gehört meine Domain, wenn die Agentur sie registriert hat?

Dem eingetragenen Domaininhaber. Hat die Agentur deine Firma eingetragen, gehört sie dir. Hat sie sich selbst eingetragen, ist die Agentur der Inhaber. Frag deshalb bei deinem Domain-Anbieter nach den Inhaberdaten und lass sie bei Bedarf ändern.

Du weißt nicht, wo deine Teile liegen? Ich schaue es mir an. Schreib mir über die Kontaktseite. Laufende Betreuung biete ich in der WordPress-Wartung an. Weiter in der Serie geht es mit Serverstandort und Datenschutz.

Quellen

KI-Transparenz: Die Beitragsbilder in diesem Blog werden mit KI generiert, die Texte entstehen in der Regel mit KI-Unterstützung. Jeder Beitrag wird von mir redaktionell geprüft und inhaltlich verantwortet. So arbeite ich mit KI

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Geschrieben von Christoph Purin

Webentwickler und zertifizierter Web Accessibility Expert aus Vorarlberg. WordPress seit 2005. Jeder Beitrag basiert auf echten Projekten — alles selbst getestet.
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