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Straft Google KI-Texte ab? 331.000 Seiten sagen: nicht direkt

Veröffentlicht: 2. August 2026
Ahrefs hat 331.000 Seiten aus Google-Suchergebnissen ausgewertet. Ergebnis: KI-Inhalte werden nicht wegen ihrer Herkunft abgestraft – sie sind nur häufig schlechter. Was das für deine Website heißt.
Titelbild: Straft Google KI-Texte ab? Auswertung von 331.000 Seiten

Darf ich Texte für meine Website von einer KI schreiben lassen, ohne bei Google abzurutschen? Das ist die Frage, die mir seit anderthalb Jahren am häufigsten gestellt wird. Es gibt jetzt eine Auswertung mit einer Datenbasis, die groß genug ist, um mehr als ein Bauchgefühl zu liefern.

Was untersucht wurde

Ryan Law und Xibeijia Guan von Ahrefs haben im Juni 2026 rund 331.000 Seiten ausgewertet, die in 100.000 Suchergebnislisten auf den Plätzen 1 bis 10 standen. Bei etwa 150.000 dieser Seiten war genug Text vorhanden, um den KI-Anteil überhaupt schätzen zu können. Zusätzlich haben sie Leistungsdaten aus der Google Search Console von 80.861 URLs herangezogen [Ahrefs, 27.07.2026].

Das ist keine Laborstudie, sondern eine Korrelationsanalyse. Sie zeigt, was zusammen auftritt – nicht zwingend, was wovon verursacht wird. Das ist beim Lesen der Zahlen wichtig.

Die Zahlen

  • 5,3 % der Seiten auf den Plätzen 1 bis 3 wurden als zu 100 % KI-generiert eingeschätzt.
  • 9 % der Top-Platzierungen hatten einen KI-Anteil von 80 % oder mehr.
  • 54,7 % der Top-Platzierungen hatten einen KI-Anteil unter 20 %.
  • Die Indexierungsrate lag bei Seiten mit geringem KI-Anteil bei 49,28 %, bei Seiten mit sehr hohem KI-Anteil bei 40,35 %.
  • Seiten mit hohem KI-Anteil erzielten zwei- bis dreimal weniger organische Impressionen als überwiegend menschlich geschriebene Seiten.
  • Einen zeitlichen Einbruch – also ein Muster, das nach einer nachträglichen Abstrafung aussieht – konnten die Autoren nicht feststellen.

Der letzte Punkt ist der entscheidende. Würde Google KI-Texte als solche filtern, müssten Seiten mit hohem KI-Anteil ab einem bestimmten Zeitpunkt einbrechen. Das passiert nicht. Sie starten schlechter und bleiben schlechter.

Was das eigentlich bedeutet

Es gibt keinen Schalter, der „KI erkannt“ auf „abgestraft“ stellt. Es gibt eine Verteilung: Wo viel KI-Text im Spiel ist, ist auch häufig dünner, austauschbarer Inhalt im Spiel. Google bewertet das Ergebnis, nicht das Werkzeug. In seinen Spam-Richtlinien richtet sich Google entsprechend nicht gegen KI, sondern gegen „Scaled Content Abuse“ – also gegen Inhalte, die in Masse produziert werden, ohne dass sie jemandem etwas bringen [Google Search Central].

Wer die Zahlen als Freibrief liest, liest sie falsch. Wer sie als Verbot liest, aber auch. Praktisch heißt das: KI als Werkzeug im Entstehungsprozess ist unproblematisch. KI als Ersatz für das, was du über dein Fachgebiet weißt, ist ein Problem – nicht wegen Google, sondern weil dabei nichts entsteht, was jemanden interessiert.

Wie ich das in Projekten handhabe

Ich benutze KI für Struktur, Rohfassungen und das Aufspüren von Lücken in einem Text. Was an Fakten, Zahlen und Praxiserfahrung drin steht, kommt nicht daraus. Jede Zahl in diesem Beitrag zum Beispiel hat eine Quelle, die unten verlinkt ist und die ich selbst aufgerufen habe. Das ist keine Prinzipienfrage, sondern eine Absicherung: KI-Modelle erfinden Zahlen überzeugend.

Was passiert eigentlich mit deiner Website, wenn du den letzten Beitrag ehrlich anschaust – stand da etwas, das nur du schreiben konntest?

Vier Punkte, die tatsächlich einen Unterschied machen

  1. Eigene Zahlen und Fälle. Ein Projektbeispiel mit konkreten Werten kann kein Modell aus dem Trainingsdatensatz ziehen.
  2. Quellen mit Datum. Nicht nur für Google – auch für Leser, die prüfen wollen, ob dein Text von heute ist.
  3. Aktualität statt Menge. Zehn gepflegte Beiträge schlagen fünfzig verwaiste.
  4. Technische Grundlagen. Sauberes HTML, sinnvolle Überschriftenstruktur, ordentliche interne Verlinkung. Das gilt für die klassische Suche und für Sichtbarkeit in KI-Antworten gleichermaßen.

Häufige Fragen

Muss ich kennzeichnen, dass ein Text mit KI entstanden ist?

Für Google nicht. Es gibt keine Auszeichnungspflicht für KI-Unterstützung in Texten. Ob eine Kennzeichnung für dein Publikum sinnvoll ist, ist eine andere Frage – viele Leser finden Offenheit dazu eher vertrauensfördernd. Der EU AI Act enthält Transparenzpflichten, die vor allem synthetische Bilder, Audio und Video sowie Chatbots betreffen; für redaktionelle Texte ist die Lage differenzierter und für eine belastbare Aussage sollte ein Jurist ran.

Erkennt Google KI-Texte überhaupt zuverlässig?

Das weiß niemand von außen. Die Ahrefs-Auswertung nutzt einen eigenen Detektor, der ebenfalls nur schätzt. Genau deshalb ist die Frage „erkennt Google es?“ weniger nützlich als die Frage „taugt der Text?“.

Sind KI-Texte bei Barrierefreiheit ein Thema?

Indirekt ja. Verständliche Sprache ist ein WCAG-Thema, und generierte Texte neigen zu langen, verschachtelten Sätzen und Floskeln. Kurze Sätze und klare Überschriften helfen beiden Seiten – den Lesern und der Prüfbarkeit.

Was ist mit alten KI-Texten auf meiner Seite?

Die musst du nicht löschen. Sinnvoller ist, sie zu prüfen: Steht etwas Falsches drin? Fehlt der Bezug zu deinem Angebot? Dann überarbeiten. Massenweise löschen bringt nach dieser Datenlage keinen Vorteil.

Wenn du dir nicht sicher bist, wie deine Inhalte in dieser Hinsicht dastehen: Ich sehe mir gerne an, welche Seiten tatsächlich arbeiten und welche nur Platz belegen, und sage dir offen, wo sich eine Überarbeitung rechnet. Falls du andere Erfahrungen mit KI-Texten gemacht hast, schreib es gerne in die Kommentare – ich ergänze das dann hier.

Quellen

KI-Transparenz: Die Beitragsbilder in diesem Blog werden mit KI generiert, die Texte entstehen in der Regel mit KI-Unterstützung. Jeder Beitrag wird von mir redaktionell geprüft und inhaltlich verantwortet. So arbeite ich mit KI

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Geschrieben von Christoph Purin

Webentwickler & CPWA-zertifizierter Accessibility-Experte aus Vorarlberg. WordPress seit 2005. Jeder Beitrag basiert auf echten Projekten — alles selbst getestet.
Mehr über mich →So arbeite ich mit KI →

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